Interview mit Martin Naumann

So entwickelt man eine Software für Roboter-Programmierung

Martin Naumann

Martin Naumann ist Gründer und Initiator von drag&bot. Als er seinen Diplomingenieur für Automatisierungstechnik in der Produktion an der Universität Stuttgart abgeschlossen hatte, begann er 2005 am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA mit Industrierobotern zu arbeiten. Im Interview erzählt er mehr über die Idee, Roboterprogrammierung so einfach wie die Bedienung eines Smartphones zu machen.

Martin, wann kamst du das erste Mal mit Robotern in Kontakt und wie war zu der Zeit deren Entwicklungsstand?

Als Schüler habe ich das Buch „Roboter“ von Gero von Randow gelesen. Das Buch hat mich sehr inspiriert und meine Entscheidung, mit Robotern arbeiten zu wollen, stark beeinflusst. Das erste Mal mit einem Industrieroboter in Kontakt gekommen bin ich dann am Fraunhofer IPA, zunächst als Hiwi und später dann als Mitarbeiter.

Wie lange hat es gedauert, bis das erste Programm stand und was waren die größten Herausforderungen?

Die erste Version von drag&bot stand nach wenigen Monaten und wurde auf der Automatica 2014 gezeigt. Es war eine in C++ geschriebene GUI, um ein Roboterprogramm in einer Baumstruktur zu definieren. Alles was drag&bot heute ausmacht, hat aber noch gefehlt: die intuitive Bedienung, die Unabhängigkeit von Roboterherstellern, die einfache Möglichkeit, Greifer und sonstige Peripherie zu integrieren, etc. Die größte Herausforderung in dieser Phase war es, Zeit zu finden, um an drag&bot zu arbeiten.

Was war bisher dein persönliches Highlight seit der Gründung von drag&bot?

Es freut mich jedes Mal, wenn ich drag&bot selbst nutze, wie gut das Programm geworden ist und wie viele Funktionen mittlerweile enthalten sind. Es ist immer ein Highlight für mich, wenn Kunden mit drag&bot neue Applikationen realisieren oder neue Funktionen integrieren, die ich noch nicht kannte.

Wie sieht dein Tagesablauf als CEO aus und an was arbeitest du gerade?

Meine Aufgaben umfassen den Vertrieb, das Projektmanagement von Pilotprojekten und ansonsten alles, was so anfällt. Im Moment beschäftigt uns besonders der bevorstehende Umzug in neue Räume und die Loslösung vom Fraunhofer IPA.

Was ist deine Vision für drag&bot?

drag&bot soll die Bedienung von Robotern so einfach wie die Bedienung eines Smartphones machen und somit dafür sorgen, dass Roboter – wie zum Beispiel heute ein Akkuschrauber – flexibel eingesetzt werden können, wenn in der Produktion sich wiederholende Aufgaben erledigt werden müssen.